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Gesetzliche Pflegeversicherung: Säule im sozialen Netz

Die gesetzliche Sozialversicherung ist ein System der Vorsorge. Zu den vier Säulen des sogenannten sozialen Netzes gehört neben der Kranken-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung auch die Pflegeversicherung.

Das System dieser gesetzlichen Versicherung beruht teilweise auf dem sogenannten Generationenvertrag. Besonders deutlich wird das bei der Rentenversicherung. Durch die Einzahlung der Beiträge werden einerseits die Renten der Ruheständler finanziert und andererseits erwirbt sich der Versicherte einen Anspruch auf seine spätere Rente. Die zu zahlenden Beiträge sind von der Höhe des Arbeitsentgelts abhängig. Dabei werden diese sowohl vom Arbeitgeber als auch vom Arbeitnehmer finanziert. Grundlage sind für den jeweiligen Versicherungszweig festgelegte Prozentsätze.

Die gesetzliche Pflegeversicherung ist die jüngste Säule der Sozialversicherung. 1995 wurde diese eingeführt und ist der Krankenversicherung angegliedert. Ihre Aufgabe ist es, im Falle einer Pflegebedürftigkeit alle notwendigen Maßnahmen finanziell abzudecken. Eine Pflegebedürftigkeit liegt vor, wenn ein Mensch aufgrund einer Erkrankung oder Behinderung nicht in der Lage ist, sich selbst zu versorgen und dazu die Hilfe Dritter benötigt. Meist wird mit der Bezeichnung die Altenpflege verbunden. Allerdings sind nicht nur ältere Menschen pflegebedürftig. Durch Unfälle oder sonstige nicht vorhersehbare Ereignisse kann auch ein jüngerer Mensch zum sogenannten Pflegefall werden. Maßnahmen der Pflegekasse sind dann bei häuslicher Pflege beispielsweise, eine Unterstützung bei alltäglichen Aktivitäten oder im Haushalt. Finanziert werden diese über das Pflegegeld, dessen Höhe an verschiedene Einstufungen gekoppelt ist. Abhängig sind diese vom Pflegebedarf. Die Einstufung erfolgt über den Medizinischen Dienst, der von der Krankenkasse beauftragt wird.

Aufgrund der Veränderung der Bevölkerungsstruktur ergeben sich im Bereich der Pflegeversicherung zunehmend Finanzierungsprobleme. Seit etwa Mitte der Siebzigerjahre nimmt die Zahl der älteren Menschen zu und die Zahl der erwerbstätigen Erwachsenen ab. Eine weitere Ursache ist, dass seit einigen Jahrzehnten auch die Lebenserwartung der älteren Generation gestiegen ist. Daher wird es in absehbarer Zeit eventuell nicht mehr möglich sein, die Pflege nur noch mithilfe der gesetzlichen Pflegeversicherung zu finanzieren. Daher ist es ratsam, sich über private Alternativen der Absicherung zu informieren.